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Drivesfera-Redaktion
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Ford: Model e verliert weniger, doch die Trucks zahlen weiter die Rechnung

Ein um 25 % geringerer Verlust zeigt, dass Fords Elektrowette reparierbar ist. Doch Trucks und Verbrenner finanzieren den Wandel weiter, ein günstiger Hit fehlt noch.

Veröffentlicht
29. Oktober 2026
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4 min
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Sind 1,058 Milliarden Dollar Verlust in drei Monaten eine gute Nachricht? Bei Ford offenbar schon, sofern man auf die richtige Zeile schaut. Die Elektrosparte Model e verlor weniger als vor einem Jahr. Ihr Umsatz brach zugleich deutlich ein.

Das ist passiert. Wie AOL berichtet, erzielte Ford im dritten Quartal 2026 einen Nettogewinn von rund 2 Milliarden Dollar bei 49,5 Milliarden Dollar Umsatz und hob die Untergrenze seiner Prognose für das operative Ergebnis im Gesamtjahr auf 10,5 bis 11 Milliarden Dollar an. Der Verlust von Model e betrug 1,058 Milliarden Dollar, nach 1,41 Milliarden Dollar im dritten Quartal 2025. Der Umsatz sank um 31 % auf 1,2 Milliarden Dollar. Ford rechnet weiterhin damit, dass Model e in diesem Jahr rund 4 Milliarden Dollar verliert und 2029 Gewinn schreibt.

Ein kleinerer Verlust bei 31 % weniger Umsatz ist Triage, keine Wende

Die Verbesserung um 25 % ist real und stützt unserer Ansicht nach die These, dass sich die Elektrowette reparieren lässt. Laut Pressemitteilung von Ford optimiert die Sparte zunächst Fahrzeuge der ersten Generation auf Profitabilität. Das ist der richtige Instinkt: Schluss mit Verlusten bei Produkten, die nie profitabel geworden wären.

Mit dem Feiern wären wir dennoch vorsichtig. Ein Verlust, der schrumpft, während der Umsatz um fast ein Drittel fällt, wirkt eher wie ein Rückbau des Engagements als wie ein Gewinn an Kunden. Auch ist der Trend keine gerade Linie. Laut der Zusammenfassung der Telefonkonferenz von Seeking Alpha stieg der Verlust von 919 Millionen Dollar im zweiten Quartal auf 1,1 Milliarden Dollar im dritten. Der Vorjahresvergleich ist der schmeichelhafte. Der Vergleich zum Vorquartal ist der nüchterne.

Dennoch verdient das Management unserer Meinung nach Anerkennung dafür, dass es nichts beschönigt. Ein Gewinnziel für 2029 ist weit genug entfernt, um glaubwürdig zu sein, und nah genug, um daran gemessen zu werden.

Die Trucks sind das eigentliche Elektroprogramm

Ein Blick darauf, wer zahlt: Ford Pro, das Geschäft mit Nutzfahrzeugen, erzielte im Quartal ein operatives Ergebnis von 1,665 Milliarden Dollar, Ford Blue, das Geschäft mit Verbrennern und Hybriden, 1,392 Milliarden Dollar. Zusammen deckten sie das Loch von Model e und mehr. Finanzchefin Sherry House sagte, Nachfrage und Aufträge für den Super Duty seien robust geblieben.

Das ist unserer Lesart nach die unbequeme Wahrheit der Elektrowende traditioneller Hersteller: Sie funktioniert wie eine interne Subvention. Die Käufer von Trucks und Verbrennern finanzieren die elektrische Zukunft, ob sie es wissen oder nicht. Das geht so lange gut, wie sich diese Fahrzeuge verkaufen, und die Risiken liegen auf dem Tisch: steigende Rohstoffkosten, Lieferantenstörungen und laut House ein Jahr 2027, in dem der Gewinn dem von 2026 ähnelt. Stagnierende Gewinne und ein weiterhin großer E-Auto-Verlust lassen wenig Spielraum für Fehler.

Unser Eindruck: vertretbar, aber nicht bequem. Die operative Marge von Ford Pro sank bereits auf 9,4 % nach 11,4 % ein Jahr zuvor. Schwächeln die Gewinnmotoren weiter, wird die Subvention dünner, und zwar genau dann, wenn das Unternehmen mehr in die neue Plattform investieren muss.

Der Fathom ist jetzt die einzige Zahl, die zählt

Was in Fords Angebot fehlt, ist unserer Ansicht nach ein günstiger Hit. Die Antwort ist der Fathom, ein mittelgroßer Truck auf der neuen Plattform Universal Electric Vehicle, der Ende 2027 zu einem Einstiegspreis von 28.350 Dollar erscheinen soll, mit höheren Ausstattungslinien im oberen Bereich der 30.000 Dollar und Vorbestellungen ab dem ersten Quartal 2027. Ford sagt, man habe bereits mehr als 5.000 große Aluminium-Gussteile aus einem Stück gefertigt, und die vorderen und hinteren Gussteile jedes Fathom vereinfachten die Montage gegenüber 146 Strukturteilen.

Das wirkt wie eine kluge Designwette: weniger Teile, geringere Kosten, ein niedrigerer Preis. Gut gefällt uns auch, dass der Wagen ein Haus ohne separaten Wechselrichter mit Strom versorgen kann, was ein Merkmal zum Verkaufsargument macht. Doch man beachte, wo die Manager das größte Potenzial für Zusatzverkäufe sehen: digitale Funktionen, langfristige Abonnements und fortschrittliche Fahrerassistenz. Das ist ein Plan, und Pläne sind kein Umsatz. Ob amerikanische Käufer für einen Truck zu 28.350 Dollar wiederkehrende Gebühren zahlen, ist unserer Ansicht nach die größte offene Frage der ganzen Geschichte.

Hinzu kommt ein Terminproblem. Ford erwartet in diesem Jahr rund 4 Milliarden Dollar Verlust mit Elektrofahrzeugen, während es auf ein Fahrzeug wartet, das Ende 2027 kommt, und Profitabilität ist für 2029 versprochen. Das ist eine lange Zeit, in der Rivalen zuerst handeln können.

Fazit

Der schrumpfende Verlust ist ein echter Fortschritt und deutet darauf hin, dass sich das Elektrogeschäft reparieren statt aufgeben lässt. Aber es ist eine Reparatur durch Rückzug, finanziert von den profitablen Sparten. Fords Elektrostrategie sollte man nicht an diesem Quartal messen, sondern an zwei Dingen: ob der Fathom pünktlich und zu diesem Preis erscheint und ob Ford Pro und Ford Blue stark genug bleiben, um weiter zu zahlen. Bis dahin lautet die ehrliche Beschreibung: ein Unternehmen, das sich Zeit erkauft, für rund 1 Milliarde Dollar pro Quartal.

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