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Drivesfera-Redaktion
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E-208 GTi: Ein kleines E-Auto darf das Kürzel tragen – der Preis ist der wahre Test

Peugeots elektrischer Sportkompakter entkräftet den Sakrileg-Vorwurf bei Leistung und Fahrspaß. Ob Enthusiasten dafür 34.995 £ zahlen, ist eine andere Frage.

Veröffentlicht
29. Oktober 2026
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4 min
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KI-generiertes Bild

Darf sich ein frontgetriebener elektrischer Kleinwagen mit 51-kWh-Batterie ehrlich GTi nennen? Viele Puristen werden Nein sagen. Die ersten Urteile deuten darauf hin, dass der Vorwurf des Sakrilegs nicht trägt. Der härtere Vorwurf, der ums Geld, ist weiterhin offen.

Die Debatte ums Kürzel ist weitgehend entschieden

Die Eckdaten sind gut dokumentiert. Wie die Datenseite von Numerama aufführt, ist der E-208 GTi 4,05 m lang und rund 1,75 m breit. Das Fahrwerk liegt 25 mm tiefer als beim Serienmodell, die Spurweiten sind vorn um 56 mm und hinten um 28 mm größer. Ein vorn montierter Motor leistet 280 PS und 345 Nm und beschleunigt den Wagen in 5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Wichtiger als diese Zahlen ist das Rezept. Laut Motoring Essentials handelt es sich um einen Kompaktwagen mit Sperrdifferenzial, Alcon-Bremsen an der Vorderachse und einem Fahrwerk von Peugeot Sport. Das ist die klassische Formel des sportlichen Kompakten, kein Elektroantrieb, der in einen Familien-Crossover geschraubt wurde. Die Fachpresse steht weitgehend hinter dem Wagen. Die Überschrift des Numerama-Tests nennt ihn den aufregendsten kleinen Kracher des Moments. Frandroid vergab 8/10. Autocar sagt, er gehöre bei Leistung und Fahrleistungen zur Spitze seiner Klasse. Motoring Research geht weiter: Wer nicht das Geld für einen Ioniq 5 N ausgeben wolle, für den „könnte der E-208 GTI der beste sein“.

Wir meinen, damit ist die philosophische Frage geklärt. Beim GTi ging es nie um die Kraftstoffart. Es ging um einen kleinen Wagen, der sich größer anfühlt, als sein Datenblatt vermuten lässt, und die ersten Eindrücke sprechen dafür, dass Peugeot das geliefert hat. Den Kritikern des Sakrilegs gehen vorerst die Argumente aus.

Der Spaß ist der leichte Teil. Reichweite und Preis sind es nicht

Nun der unbequeme Teil. Die Batterie fasst 51 kWh nutzbar, dazu kommen 375 km WLTP-Reichweite und eine Schnellladung von 20 auf 80 % in 27 Minuten bei 100 kW. Für einen Stadtwagen sind das gute Werte. Für ein Performance-Auto sind sie bescheiden, und Numerama selbst titelte mit 281 PS reinem Spaß, aber nur rund 200 km, um ihn auszukosten. Das ist der Praxiseindruck eines Journalisten, kein Laborwert, aber er passt zu dem, was eine kleine Batterie mit fast 280 PS zu leisten vermag, wenn man so fährt, wie es das Kürzel nahelegt.

Käufer sportlicher Kompakter haben immer Kompromisse akzeptiert: harte Federung, durstiger Motor, enge Rücksitze. Eine Reichweite, die bei zügiger Fahrt schnell schrumpft, ist ein anderer Kompromiss. Sie macht aus der sonntäglichen Landstraßenrunde einen Ladeplan. Wir würden das nicht als Ausschlusskriterium bezeichnen, vermuten aber, dass es der Teil des Verkaufsarguments ist, bei dem Peugeot am wenigsten verweilen möchte.

Dann ist da das Geld. What Car führt den E-208 GTi in Großbritannien mit 34.995 £, die sich nach einem staatlichen Zuschuss von 1.500 £ auf 33.495 £ verringern, und das mit weißer Lackierung. Außerdem ist er ein Modell mit nur einer Ausstattung, einen günstigeren Einstieg gibt es also nicht. Wie das im Vergleich zu den Preislisten der Konkurrenz aussieht, können wir nicht sagen, weil die uns vorliegenden Unterlagen sie nicht enthalten, und wir raten nicht. Sagen können wir, wie das Problem gelagert ist. Das GTi-Kürzel stand historisch für Leistung eine Stufe über dem vernünftigen Kompakten bei moderatem Aufpreis. Bei knapp 35.000 £ verlangt der E-208 GTi, dass Käufer ihn als Premiumprodukt betrachten. Die von der Presse genannten Rivalen, darunter der Alpine A290, der Mini Cooper SE und der Lancia Ypsilon HF, kämpfen um dasselbe Budget.

Wer gewinnt, und wer sollte warten

Unsere Einschätzung: Der E-208 GTi ist als technische und markenstrategische Aussage ein Erfolg und als Kauf schwerer zu vermitteln. Das Urteil von Motoring Research, er „könnte der beste sein“, solange man nicht das Geld für einen Ioniq 5 N ausgibt, ist ein schmeichelhafter Vergleich, verrät aber auch, auf welcher Stufe der Preisleiter der Wagen steht. Wer als Enthusiast sonst einen sportlichen Benzin-Kompakten kaufen würde, fragt sich nicht, ob der Peugeot Spaß macht. Die Frage ist, ob ein Auto mit rund 280 PS und kleiner Batterie einen Aufpreis gegenüber dem wert ist, was heute zu kaufen ist.

Am interessantesten dürfte er für Käufer sein, die bereits mit einem Elektroauto leben, zu Hause laden können und einen Zweitwagen mit Charakter statt eines Alleskönners wollen. Wer regelmäßig lange Strecken fährt, sollte der kleinen Batterie mit Vorsicht begegnen. Wer streng nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis kauft, wartet vielleicht besser, denn elektrische sportliche Kompakte kommen laut Motoring Research Schlag auf Schlag, und Wettbewerb drückt erfahrungsgemäß die Preislisten.

Beachten Sie außerdem, dass die uns vorliegenden Preise britische sind. Preise oder Verfügbarkeit für die USA liegen uns in unseren Unterlagen nicht vor; amerikanische Leser sollten dies daher als Urteil über das Auto verstehen, nicht über ein Angebot, das sie im Autohaus unterschreiben könnten.

Das Fazit: Peugeot hat das Konzept bewiesen, und die Kritiker sollten die Waffen strecken. Aber ein GTi ist nur dann eine Legende, wenn die Leute ihn sich leisten und mit ihm leben können. Das Kürzel ist verdient. Über die Verkaufszahlen werden nach unserer Ansicht Preisschild und Batterieanzeige entscheiden, nicht die Kurven.

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